… ist eins der Dinge, die mich in letzter Zeit enorm ärgern.
Ich rede hier konkret von dem mangelnden Engagement am Kolleg. Kaum einer lässt sich dazu herab, mal etwas für die Gemeinschaft zu tun. Kaum einer lässt sich davon überzeugen, mal außerschulisch etwas Zusätzliches zu übernehmen. Kaum ist es 14:10, verlässt die Meute wie eine in Panik versetzte Herde Antilopen das Gebäude – während ich in Ruhe meine Tasche packe (wie ein normaler Mensch) und entweder gemütlich nach draußen und zum Bus gehe oder – wie so oft – einer meiner Zusatzaufgaben, derer ich mich angenommen habe, nachgehe.
Irgendjemand muss es ja machen. Na ja, aber ich mache es ja auch gerne. Was mich jedoch ärgert, ist, dass ich wirklich einer der wenigen bin, die überhaupt etwas machen.
So bin ich nicht nur Klassensprecher und somit im Schülerrat, sondern auch im AStA, in der Schulredaktion, in der Theater-AG, und im Tutoren-Team für die Erstsemester.
Das Schlimme am mangelnden Engagement ist allerdings nicht nur die Tatsache, dass es extrem schwer ist, die Leute davon zu überzeugen, sich wenigstens einer Sache anzunehmen, sondern das egoistische Verhalten derer, denen man ein ganzes Quartal hinter dem halbjährlich zu entrichtenden AStA-Euro hinterher rennen muss (ich habe gerade erst vorgestern das Geld einreichen können – jedoch immer noch nicht komplett). Dieselben Leute, die dreimal am Tag zur Cafeteria rennen, um sich für 90 Cent einen Kaffee zu kaufen, hinterfragen mit geizigem Unterton, wofür jener denn benutzt werde; sie hätten noch nie etwas von ihm gehabt. Die ganz Schlauen haben jetzt herausgefunden, dass die Entrichtung des AStA-Euros keine Pflicht ist. Somit haben sich diesmal wohl ganz Kurse quer gestellt. Mit dem eingesammelten Geld wird übrigens nicht nur der Kopierer, mit dem die Studierenden in den großen Pausen Kopien anfertigen können, in Stand gehalten, sondern auch diverse Dinge organisiert. Daher wird es jetzt wohl so kommen, dass das Sommerfest möglicherweise nicht stattfinden kann, da diverse Leute zu geizig sind, einen verdammten, müden Euro zu bezahlen!
Des Weiteren greifen sowohl Schulredaktion als auch Theater-AG inzwischen auf engagierte Ehemalige zurück. Die Mirja („Das Schmitti“) – die ja damals auch auf dem Kolleg war – ist seit einigen Monaten in beides involviert, und für die Schulredaktion wird sie für die übernächste Ausgabe wohl noch eine Kommilitonin mitbringen.
Und da bin ich auch schon beim nächsten Thema: Die Schulzeitung, die von Studierenden, Ehemaligen und Lehrern gestaltet wird / gestaltet werden kann, kostet ebenfalls einen Euro. Und nicht nur den neuen Erstsemestern, die mich als Tutor kennen gelernt haben, habe ich gesagt: „Unterstützt uns! Kauft die letzte Schulzeitung. Es sind noch einige übrig, die nicht weggingen.“ Und nicht nur die neuen Erstsemester haben gesagt: „Klar, mach ich. Ich geh direkt nachher mal rüber.“
Und ratet mal, wie viele Ausgaben, nach meiner Nachfrage im Sekretariat, daraufhin noch verkauft wurden!
Für die Theater AG, die übrigens kein Kokolores für Leute mit viel Freizeit ist, sondern insbesondere etwas introvertierten Studierenden oder ungeübten Sprechern helfen kann, locker Referate vorzutragen oder ohne Ängste und selbstbewusst in die mündlichen Abi-Prüfungen zu gehen, haben wir sowohl unter den neuen Erstsemestern als auch unter Fans (insbesondere seit unserer Schuljubiläums-Aufführung) Interessenten gefunden. Etwa fünf bis sieben Leute wollten sich uns anschließen.
Letztlich ist einer erschienen, der nun aber auch dabei ist: der Stephan.
Die für die 1A zuständige Tutorengruppe ist übrigens von dieser Klasse nie wieder gesehen worden.
Was, verdammt nochmal, ist denn so schwer oder so schlimm daran, mal etwas für die Gemeinschaft zu tun; und sei es nur, mal die Schulzeitung, die mit viel Mühe von uns erstellt und von der Gabi übrigens absolut professionell gesetzt wird, zu kaufen? Oder einfach mal freiwillig und ohne Diskussion den bekloppten AStA-Euro zu bezahlen (alle sechs Monate einmal), der schließlich allen zu Gute kommt und niemandem weh tut? Und was ist so schwer daran, dass wenigstens diejenigen, die sich für etwas bereit erklärt haben, es dann auch durchziehen?
Mich deprimiert – und ärgert – das Ganze in letzter Zeit wirklich sehr. Ich bin einer der wenigen, die überhaupt etwas tun. Lebe ich nur noch unter einem Haufen von selbstsüchtigen Egoisten?
Tretet Euch mal selbst in den Arsch, Leute! Das Kolleg lebt seit seiner Entstehung von engagierten Studierenden. Diese sind in den letzten Jahren, wie man hört, zwar immer schwerer zu finden, doch das, was ich gerade erlebe, geht in die peinliche Richtung, dass fast niemand mehr etwas tut. ![]()
Wir haben in NRW mit dem Kolleg eine Möglichkeit, um die andere Bundesländer uns beneiden. Und wer würdigt es?


März 31st, 2007 at 15:09
Klingt ganz, als sei die Generation Ich auch bei euch angekommen. An den Unis ist sie schon die reinste Landplage.
April 1st, 2007 at 09:14
Tja.. so ist das wohl leider in der “heutigen Wwlt” – selbst wenn man nicht viel verlangt, ist gerade das für andere “eine Menge”… sehr schade eigentlich. Ich hoffe dennoch dass sich das bei euch(wieder) ändert (die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ^^ ).