Wer Germanistik an der Uni Wuppertal studiert, weiß, dass keiner der vorhandenen biblatex-Zitierstile wirklich passt. Ich habe mir die Mühe gemacht, einen solchen zu erstellen, der nahezu alle in der Germanistik-Broschüre definierten Vorgaben erfüllt.

Nahezu deshalb, da die dort beschriebenen Zitierregeln sich leider etwas widersprechen und somit eine perfekte Nachahmung mit biblatex nahezu unmöglich wird. So ist es z.B. inkonsequent, bei unselbstständig publizierten Texten In: Vorname Nachname / Vorname Nachname (Hg.) – und somit weiterhin den schon weiter oben geforderten Delimiter / zu fordern, bei Lexika sowie bei Texten „in ein- oder mehrbändigen Werken desselben Autors“ jedoch auf einmal Komma und abgekürztes u. zwischen den Namen zu verlangen. Auch die Position, an der ein Band angegeben werden soll, ist zu unterschiedlich, um es ohne sehr komplizierte Umwege über die logische Programmierung umzusetzen. Des Weiteren halte ich die Tatsache, dass möglichst alles abgekürzt, Ebenda auf der Beispielseite jedoch ausgeschrieben wird, für äußerst inkonsequent. Somit ahmt der hier vorliegende Zitierstil die Wuppertaler Vorgaben zwar nicht zu 100% nach – und zwar an manchen Stellen aus technischen Gründen, an anderen mit Absicht –, jedoch immerhin fast und schließlich in einer konsequenten Art und Weise; und das ist beim Zitieren schließlich ebenfalls wichtig.

Auch wenn ich diesem Stil diesen sehr spezifischen Namen gegeben habe – eben weil ich ihn speziell für diesen Anwendungsbereich geschrieben habe –, so ist er durchaus für viele andere – wahrscheinlich überwiegend geisteswissenschaftliche – Zitierbedürfnisse geeignet.

Anmerkung am Rande: Wer an dieser Stelle nicht weiß, was LaTeX (sprich: [ˈlaːtɛç]) – außer einem insbesondere an Frauen sehr sexy aussehenden Material – ist, möchte sich über LaTeX informieren oder sich einfach mal im Paket anschauen, was im Quellcode (tex-Datei) steht und was im kompilierten pdf dann herauskommt. Ich kann jedem nur raten, seine wissenschaftlichen Arbeiten nicht mit Word und Co. zu schreiben, sondern ein anständiges Satzprogramm zu verwenden, wenn man – insbesondere bei längeren Arbeiten – verhindern will, dass man sich letztlich nur noch um verschobene Absätze kümmern muss. Wenn man dann noch ein Bibliographie-Programm oder -Plugin zum Zitieren nutzt, kann man auch professionell arbeiten und muss sich nicht mehr darum sorgen, dass irgendwo vielleicht ein Punkt fehlen könnte oder dass etwas nicht kursiv ist.

Hier ist die offzielle Seite mit Download-Link: LaTeX-Zitierstil: uni-wtal-ger

Lizenz ist die LaTeX project public license (LPPL) v 1.3c.


Schlagwörter:

4 Comments »

  1. Mein Beileid, dass Du auch durch die Höllenqualen des Biblatex-Style-Erstellens gehen musstest. Habe ich damals für meine Diplomarbeit auch machen müssen, davon geht eine größere Gefahr für die geistige Gesundheit aus.

    Aber dem Tipp „Nehmt LaTeX für alles über 5 Seiten“ kann ich mich nur anschließen. Das verhindert auch, dass man „den Überblick über seine Quellen verliert“ und dann „bedauerlicherweise vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten“.

    Comment by Kai Fett — 22. April 2011 @ 13:40

  2. Ja, das kann einen schon mürbe machen. Ursprünglich habe ich das Projekt wegen der Magisterarbeit von der Schmitt gestartet, und ich brauche es letztlich ja auch noch in den nächsten Jahren.

    Es war zwar mit einer Woche intensivem Basteln verbunden (sowie noch einige Tage für die Doku, damit ich es nun auch anderen zur Verfügung stellen kann), dafür habe ich jetzt mit den Fußnoten für den Rest meines Studium – und vielleicht sogar länger – nichts mehr am Hut. 🙂

    Nach ctan kommt es natürlich auch.

    Comment by Eglatholion — 22. April 2011 @ 18:01

  3. Hey.
    It seems that there is a typo in the package name for miktex.
    I don’t know if you have anything to do with this, but since you are the author for this package you might be able to fix it 🙂
    I found this website describing the issue:
    http://tex.stackexchange.com/questions/18392/how-to-fix-this-miktex-bug

    Best,
    Jesper (a miktex user)

    Comment by Jesper G — 23. Mai 2011 @ 15:17

  4. Hi Jesper!

    Thanks for your message. It seems there is a typo in the miktex implementation. I found this bug report:
    http://sourceforge.net/tracker/index.php?func=detail&aid=3304079&group_id=10783&atid=110783

    In the base package there are no typos. So I think you have to wait for the miktex developers fixing it.

    Comment by Eglatholion — 23. Mai 2011 @ 15:40

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen