Ein Raunen geht durch Twitter: Das neue Plakat der Piratenpartei verkündet: „Blackjack und Nutten – wählt Piraten“.
Auch einen Blogeintrag gibt es, der beschreibt, wie jene Plakate in Bonn aufgehangen worden seien.
Netzgemeinde und Mitglieder schreien auf. Fefe zeigt hier genauso wenig Verständnis wie viele Leser des o.a. Blogs, wie sich anhand der Kommentare ersehen lässt.
Liest man diese Kommentare jedoch genauer, so findet der aufmerksame Leser (jedoch nur dieser!) heraus, dass es sich offenbar um einen Insider-Gag handelt. Diese Plakate seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern nur zu Hause im Wohnzimmer gebastelt worden, so auch Fefe in seinem Update.
Dennoch: Etliche Mitglieder werden dies nicht mitbekommen haben oder überhaupt noch mitbekommen und sind nun natürlich verärgert. Weiterlesen …
Jetzt ist es also passiert …
Auch ich habe mir nun nach einer längeren Zeit des Ignorierens und Unnötigfindens einen Twitter-Account angelegt.
Der Grund, falls sich jemand für diesen interessieren sollte, ist folgender: Die Schmitt schrieb heute Mittag einen neuen Blogeintrag, woraufhin ich ein schlechtes Gewissen bekam und mich ärgerte, weil ich es in letzter Zeit vor lauter Unikram nur noch selten schaffe zu bloggen. Allerdings will ich auch nicht meine täglichen Klogänge oder Ähnliches hier bloggen; wenn ich hier einen Blogeintrag schreibe, möchte ich dafür auch ein wenig Zeit investieren, ein nicht völlig belangloses Topic wählen und mir auch ein wenig Mühe geben. Dafür reicht die Zeit aber nicht immer.
Jedoch, was man eh schon im StudiVZ in den Buschfunk schreit (trommelt?), ist eher geeignet für derlei Gedankenströme – nur dass man mit Twitter eben noch eine bessere Infrastruktur der Vernetzung nutzen kann.
Microblogging. So das neudeutsche Wort für diese neue Kommunikationslawine. Ob sich nun die Follower dafür interessieren, was man schreibt oder nicht, ist erst einmal irrelevant. Man selbst bekommt viel mit – und ob das wiederum interessant ist, ist auch erst einmal irrelevant. Man ist dabei und schwimmt im Strom der über alle erdenklichen elektronischen Kommunikations-Devices über den Globus gesendeten Kurznachrichten. Weiterlesen …
Trotz dass man mir eigentlich in den Punkten, wo ich mich auskenne, hohe Kompetenz zuspricht, bin ich mit jeglicher politischer Argumentation der letzten Zeit in meinem Freundeskreis gegen die Wand gefahren.
Nun mag das natürlich auch am Thema liegen. Diejenigen, die sich wirklich für Politik interessieren, lassen sich schwer von ihrer festgefahrenen Meinung abbringen. Und auch wenn ich z.B. auch wirtschaftlich vom Liberalismus überzeugt bin, können da die Meinungen natürlich schnell auseinandergehen.
Am meisten Widerspruch erhalte ich allerdings ausgerechnet von meinen Artgenossen: den „PC-Freaks“ und Datenschützern. All jene wollen nun die Piraten wählen.
Dass ich jedoch nicht der Einzige bin, der der Meinung ist, dass nur eine FDP-Wahl die Fortführung der aktuellen Freiheitseinschränkungen eindämmen kann, beweist der Blogeintrag von Dr. Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. In diesem Beitrag, den ich heute Vormittag entdeckt habe, argumentiert er in seinem privaten Blog in puncto Datenschutz ähnlich wie ich bei meinen Freunden:
Jede Wahl, die nicht zu schwarz-gelb führt, führt zu der Fortführung der großen Koalition (da alle anderen Alternativen relativ glaubhaft ausgeschlossen worden sind) und somit zu einer Fortführung von der Politik von Wolfgang Schäuble, Brigitte Zypries, Wolfgang Bosbach und Dieter Wiefelspütz.
Eine Piratenpartei – sollte sie die 5 % überhaupt schaffen – in der Opposition vom schwarzroten Monster bringt uns momentan definitiv nicht weiter in Sachen Freiheit und Bürgerrechte.
Unter Amarok 2.1 klappt das Scrobbeln endlich wieder. Lastfm hat mich wieder.
(Ubuntu 9.04, KDE 4.2.4, Linux 2.6.30-8-generic)
Und da dieser Eintrag eh wenig Inhalt hat, noch etwas am Rande: Erst kürzlich habe ich bemerkt, dass Amazon nun auch MP3s anbietet — und das DRM-frei. Schön, dass sich DRM-freie Medien, und somit auch die User, offenbar schließlich doch durchsetzen können.
Welches Glück beschert das Internet doch der Menschheit!
Nicht nur, dass das Zensieren im Iran dadurch nicht mehr funktioniert, noch beeindruckender ist die Geschwindigkeit und die Detailfülle an Informationen, die über die Erdkugel gezwitschert werden.
Will man heute effektiv mitbekommen, wie es in Iran (der Artikel ist — im Gegensatz zu „der Irak“ — laut Wikipedia übrigens falsch) aussieht, so schaut man in die aktuellen Twitter-Messages, wie z.B. in diese hier oder in diese hinter den Links zusammengestellten:
Sehr aufschlussreich sind übrigens auch die Kommentare in Nachrichtenblogs. So würde ich die Tagesschau-Berichterstattung zwar als die beste bezeichnen, doch sieht man anhand der Kommentare, wie ausgewählte Bilder dem Zuschauer immer noch nur einen Teil des Ganzen zeigen:
Wie es auch The Nation schon treffend formuliert hat: Im Iran findet eine Twitter-Revolution statt. Ob eine tatsächliche Revolution daraus werden wird — immerhin sind es die größten Aufstände in Iran seit der islamischen Revolution 1979 —, wird uns in den kommenden Tagen gezwitschert werden.