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2009 10 Dez

Bildung zu Grabe getragen

Author: Eglatholion Categories: Allgemein, Politik, Uni

Heute habe ich zusammen mit einigen Kommilitonen die Bildung zu Grabe getragen.

Unser Trauerzug startete an der Bergischen Universität Wuppertal. Wir (ca. 150 Wuppertaler Studenten und Studentinnen) trugen den Sarg zu Fuß bis zum Hauptbahnhof, um von da aus nach Bonn zu fahren – wo wir uns dem Bildungsstreik zur Kultusministerkonferenz und den weiteren 4.000 bis 5.000 Studierenden und Schülern anschlossen.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut.“ Unter diesen und ähnlichen Parolen zogen wir durch Bonn, um den Sarg schließlich bei der Kultusministerkonferenz abzuliefern.

Eindrücke vom Wuppertaler Trauermarsch bietet die WZ:
Studenten tragen Bildung zu Grabe

Eindrücke aus Bonn sind auf allen digitalen sowie in Bälde sicherlich auch in diversen Holzmedien zu finden.

In der Wuppertaler Uni geht derweil die Besetzung von Hörsaal 21 weiter. Morgen wird es eine offene Versammlung mit der Vorstellung des Wuppertaler Forderungskataloges und einem Gespräch mit dem Rektorat geben. Siehe auch: http://www.wtalbrennt.de/blog/

2009 15 Sep

Polizeigewalt auf der Freiheit-statt-Angst-Demo

Author: Eglatholion Categories: Allgemein, Netzkultur, Politik

Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Momentan beschäftigt dies die Netzgemeinde:

Netzpolitik.org berichtet hier, hier und hier darüber, Fefe natürlich und auch das Lawblog ist mit von der Partie (uvm.).

Einen sehr guten, viele Blog-Artikel verlinkenden und kompetent und differenziert dargestellten Beitrag bietet aber vor allem das Süddeutsche-Zeitung-Blog „Schaltzentrale“:
http://blogs.sueddeutsche.de/schaltzentrale/2009/09/14/der-krieg-der-kameras/

Da fragt man sich echt, ob man lachen oder weinen soll:

Europäische Kommission rügt China wegen Internet-Filtern

2009 16 Jun

Die Twitter-Revolution

Author: Eglatholion Categories: Allgemein, Netzkultur, Politik

Welches Glück beschert das Internet doch der Menschheit!

Nicht nur, dass das Zensieren im Iran dadurch nicht mehr funktioniert, noch beeindruckender ist die Geschwindigkeit und die Detailfülle an Informationen, die über die Erdkugel gezwitschert werden.

Will man heute effektiv mitbekommen, wie es in Iran (der Artikel ist — im Gegensatz zu „der Irak“ — laut Wikipedia übrigens falsch) aussieht, so schaut man in die aktuellen Twitter-Messages, wie z.B. in diese hier oder in diese hinter den Links zusammengestellten:

http://www.h3x.no/2009/06/14/i…..e-clashes/
http://www.24-7israel.com/2009/06/iran-on-twitter/
http://andrewsullivan.theatlan…..aily_dish/

Sehr aufschlussreich sind übrigens auch die Kommentare in Nachrichtenblogs. So würde ich die Tagesschau-Berichterstattung zwar als die beste bezeichnen, doch sieht man anhand der Kommentare, wie ausgewählte Bilder dem Zuschauer immer noch nur einen Teil des Ganzen zeigen:

http://blog.tagesschau.de/?p=5771

Wie es auch The Nation schon treffend formuliert hat: Im Iran findet eine Twitter-Revolution statt. Ob eine tatsächliche Revolution daraus werden wird — immerhin sind es die größten Aufstände in Iran seit der islamischen Revolution 1979 —, wird uns in den kommenden Tagen gezwitschert werden.

2009 21 Mai

Du bist Terrorist

Author: Eglatholion Categories: Allgemein, Netzkultur, Politik

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Sicherlich habt auch Ihr bereits die Petition gegen die „ungeeignete“, „undurchsichtige“ und „unkontrollierbare“ Internetsperre unterschrieben, die das schwarz-rote Monster geplant hat — falls nicht: Bitte hier unterschreiben!

Nun hat die Anzahl der Unterschriften — nach nur vier Tagen! — die 50.000 überschritten, und somit kann die Petition nun vor den Petitionsausschuss. –> http://www.tagesschau.de/inland/petition106.html

Wer nicht weiß, worum es geht: Nähere Informationen gibt es außerdem hier, hier, hier (mit besonders heiklen Infos) sowie (sehr ausführlich): hier.

2009 31 Mrz

Windows auf Regierungsrechnern

Author: Eglatholion Categories: Allgemein, Netzkultur, Politik

Vor wenigen Tagen las ich die Meldung Rund 1300 Rechner weltweit infiziert – “Ghostnet” spioniert Computer aus.

Über Tausend Regierungsrechner mit hochsensiblen Daten sind über einen Wurm infiziert und über ein Botnetz ausspioniert worden. Mein erster Gedanke war: bestimmt Windows-Systeme. Natürlich nicht ganz ernsthaft, denn wer würde denn Windows auf solch sensible Systeme installieren?

Heise erzählte mir dann weiter:
„Die Spionage-Software könne nicht nur den Mail-Verkehr und Dokumente der befallenen Rechner überwachen, sondern den kompletten PC fernsteuern und angeschlossene Kameras und Mikrofone zur Raumüberwachung einschalten.“
Quelle

Ok. Also doch Windows?

„Die Spionage-Software verbarg sich mittels Rootkit-Techniken im Windows-System und sendete über das HTTP-Protokoll Dokumente und E-Mails an Server in der chinesischen Provinz Sichuan.”
ebd.

Aha.

Heute heißt es nun Spionagenetz “Ghostnet”: Ein “Weckruf für die Politik”.
„”Was wir sehen, ist ein internationales Verbrechen. Wir müssen anfangen, über Wege einer Waffenkontrolle im Cyberspace nachzudenken”, forderte [Ron Deibert, einer der federführende Wissenschafter am Munk-Zentrum].“
Quelle

Mir dagegen stellt sich eine ganz andere Frage:
WAS ZUM GEIER HAT WINDOWS AUF HOCHSENSIBLEN REGIERUNGS-RECHNERN ZU SUCHEN?

Da gehören regierungs-eigene Unix-Systeme mit eigenen Datei- und Verzeichnisstrukturen drauf – selbst Linux hielte ich hier für unangebracht, da es zu standardisiert ist. Eigens entwickelte Regierungs-Unixe mit hochsicheren Kernen sind im Sinne der jeweiligen nationalen Sicherheit gefordert.
WAS HAT EIN ENDBENUTZER-SYSTEM DA DRAUF ZU SUCHEN?

2009 18 Jan

Stoppt Software-Patente

Author: Eglatholion Categories: Allgemein, Politik

Es gibt eine neue Petition gegen Software-Patente, die ihr bitte alle unterschreibt, meine granatenstarken Freunde!

stopsoftwarepatents.eu petition banner

Ein gar wundervolles Gesetz hat das rot-schwarze Monster nun erlassen:

Seit Mittwoch gibt es nun den Begriff der „Jugendpornographie“.

Das Interessanteste an der ganzen Geschichte ist allerdings nicht, dass ein 17-jähriges Pärchen zwar legal miteinander schlafen darf, sich jedoch strafbar macht, sobald es sich dabei filmt, der eigentliche Hirnlochfraß ist, dass ein “tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen” betrachtet wird.

Heißt: Personen, die mit über 20 optisch noch als unter 18 durchgehen – wer kennt nicht jemanden, der noch mit über 20 seinen Perso an der Kasse vorzeigen musste? –, fallen auch in diese Zielgruppe.

Ist das nun eigentlich das Aus für die Bravo und das Dr. Sommer-Team? Zumindest wird es interessant, wie sich entsprechende Bilder in jeglichen Medien verändern werden (müssen).

Die Abmahnanwälte reiben sich sicherlich schon die Hände.

Fest steht jedenfalls, dass das sicherlich das Aus für viele Hentai-Mangas und -Animes sein wird, denn die Regelung betrifft auch Computeranimationen, Zeichentrickfilme u.Ä.

Ob wohl jemand Verfassungsbeschwerde gegen dieses schwammige Gesetz einreichen wird?
Vielleicht ein 16-jähriges Pärchen, das sich in seiner Freiheit, sich selbst beim Sex filmen zu dürfen, eingeschränkt fühlt? Oder vielleicht eine jugendlich wirkende Pornodarstellerin, die nun arbeitslos wird?

Bis es soweit ist, sollten wir jedoch erst einmal den Faust verbieten. Schließlich gehört er nun eindeutig zu den „jungendpornographischen“ Schriften. Gretchen und Faust treiben es und Gretchen wird schließlich schwanger. Also wenn das nichts für den Index ist …

——–

FAUST: Hör, du mußt mir diese Dirne schaffen!
MEPHISTOPHELES: Nun, welche?
FAUST: Sie ging just vorbei.
MEPHISTOPHELES: Da die? Sie kam von ihrem Pfaffen,
Der sprach sie aller Sünden frei;
Ich schlich mich an ihrem Stuhl vorbei:
Es ist ein gar unschuldig Ding,
Das eben für nichts zur Beichte ging;
über die hab ich keine Gewalt!
FAUST: Ist über vierzehn Jahr doch alt.

PS: Lesenswert ist auch der entsprechende Heise-Artikel sowie viele Kommentare dazu im Heise-Forum.

2008 13 Feb

Entwicklungen im Thema Vorratsdatenspeicherung

Author: Eglatholion Categories: Allgemein, Kolleg, Netzkultur, Politik

Wie der „Aktionskreis Vorratsdatenspeicherung“ -> berichtet <-, entstehen durch die Vorratsdatenspeicherung zum Teil bereits enorme Ängste in der Bevölkerung. Diese führen zu einer Vorsichtigkeit in der Kommunikation, die ihrerseits das Leben von Personen einschränkt, Arbeitswege verkompliziert, die Kommunikation in Berufen mit datenschutzkritischen Bereichen (Seelsorger, Journalisten, Anwälte etc.) in ein vormediales Zeitalter ohne Internet zurückversetzt und somit zudem das Gegenteil von dem erreicht, was das Gesetz bewirken sollte.

Etliche Berichte von Betroffenen sind (anonymisiert, versteht sich) für einen Schriftsatz an das Bundesverfassungsgericht zusammengestellt worden, um den dort vorliegenden Eilantrag auf Aussetzung der Vorratsdatenspeicherung weiter zu untermauern.

Dieser ist äußerst lesenswert:
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/images/schriftsatz_2008-01-31_anon.pdf

Des Weiteren habe das Verfahren Präzedenzcharakter: „Was passiert, wenn das Bundesverfassungsgericht eine grundsätzliche Entscheidung zur Vorratsdatenspeicherung und der anlaßunabhängigen Überwachung fällt und das deutsche Umsetzungsgesetz aus grundsätzlichen Erwägungen für nichtig erklärt?“, fragt der AK-Vorrat -> in einem anderen Bericht <-.
„Formal blieben in einem solchen Fall die europäische Richtlinie und damit der formale Zwang zur Umsetzung bestehen.“

Auf jeden Fall ist „für die “Massenverfassungsbeschwerde” des AK Vorratsdatenspeicherung … der Erste Senat des Bundesverfassungsgericht zuständig.“, wie der AK am 30.01.2008 -> berichtete <-.

Zum Schluss möchte ich mich noch für die (immerhin(?)) ca. 50 Leute bedanken, die am Kolleg bei der Aktion mitgemacht haben.

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: