Ein Raunen geht durch Twitter: Das neue Plakat der Piratenpartei verkündet: „Blackjack und Nutten – wählt Piraten“.
Auch einen Blogeintrag gibt es, der beschreibt, wie jene Plakate in Bonn aufgehangen worden seien.
Netzgemeinde und Mitglieder schreien auf. Fefe zeigt hier genauso wenig Verständnis wie viele Leser des o.a. Blogs, wie sich anhand der Kommentare ersehen lässt.
Liest man diese Kommentare jedoch genauer, so findet der aufmerksame Leser (jedoch nur dieser!) heraus, dass es sich offenbar um einen Insider-Gag handelt. Diese Plakate seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern nur zu Hause im Wohnzimmer gebastelt worden, so auch Fefe in seinem Update.
Dennoch: Etliche Mitglieder werden dies nicht mitbekommen haben oder überhaupt noch mitbekommen und sind nun natürlich verärgert. Weiterlesen …
Heute habe ich zusammen mit einigen Kommilitonen die Bildung zu Grabe getragen.
Unser Trauerzug startete an der Bergischen Universität Wuppertal. Wir (ca. 150 Wuppertaler Studenten und Studentinnen) trugen den Sarg zu Fuß bis zum Hauptbahnhof, um von da aus nach Bonn zu fahren – wo wir uns dem Bildungsstreik zur Kultusministerkonferenz und den weiteren 4.000 bis 5.000 Studierenden und Schülern anschlossen.
„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut.“ Unter diesen und ähnlichen Parolen zogen wir durch Bonn, um den Sarg schließlich bei der Kultusministerkonferenz abzuliefern.
Eindrücke aus Bonn sind auf allen digitalen sowie in Bälde sicherlich auch in diversen Holzmedien zu finden.
In der Wuppertaler Uni geht derweil die Besetzung von Hörsaal 21 weiter. Morgen wird es eine offene Versammlung mit der Vorstellung des Wuppertaler Forderungskataloges und einem Gespräch mit dem Rektorat geben. Siehe auch: http://www.wtalbrennt.de/blog/
Trotz dass man mir eigentlich in den Punkten, wo ich mich auskenne, hohe Kompetenz zuspricht, bin ich mit jeglicher politischer Argumentation der letzten Zeit in meinem Freundeskreis gegen die Wand gefahren.
Nun mag das natürlich auch am Thema liegen. Diejenigen, die sich wirklich für Politik interessieren, lassen sich schwer von ihrer festgefahrenen Meinung abbringen. Und auch wenn ich z.B. auch wirtschaftlich vom Liberalismus überzeugt bin, können da die Meinungen natürlich schnell auseinandergehen.
Am meisten Widerspruch erhalte ich allerdings ausgerechnet von meinen Artgenossen: den „PC-Freaks“ und Datenschützern. All jene wollen nun die Piraten wählen.
Dass ich jedoch nicht der Einzige bin, der der Meinung ist, dass nur eine FDP-Wahl die Fortführung der aktuellen Freiheitseinschränkungen eindämmen kann, beweist der Blogeintrag von Dr. Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. In diesem Beitrag, den ich heute Vormittag entdeckt habe, argumentiert er in seinem privaten Blog in puncto Datenschutz ähnlich wie ich bei meinen Freunden:
Jede Wahl, die nicht zu schwarz-gelb führt, führt zu der Fortführung der großen Koalition (da alle anderen Alternativen relativ glaubhaft ausgeschlossen worden sind) und somit zu einer Fortführung von der Politik von Wolfgang Schäuble, Brigitte Zypries, Wolfgang Bosbach und Dieter Wiefelspütz.
Eine Piratenpartei – sollte sie die 5 % überhaupt schaffen – in der Opposition vom schwarzroten Monster bringt uns momentan definitiv nicht weiter in Sachen Freiheit und Bürgerrechte.
Welches Glück beschert das Internet doch der Menschheit!
Nicht nur, dass das Zensieren im Iran dadurch nicht mehr funktioniert, noch beeindruckender ist die Geschwindigkeit und die Detailfülle an Informationen, die über die Erdkugel gezwitschert werden.
Will man heute effektiv mitbekommen, wie es in Iran (der Artikel ist — im Gegensatz zu „der Irak“ — laut Wikipedia übrigens falsch) aussieht, so schaut man in die aktuellen Twitter-Messages, wie z.B. in diese hier oder in diese hinter den Links zusammengestellten:
Sehr aufschlussreich sind übrigens auch die Kommentare in Nachrichtenblogs. So würde ich die Tagesschau-Berichterstattung zwar als die beste bezeichnen, doch sieht man anhand der Kommentare, wie ausgewählte Bilder dem Zuschauer immer noch nur einen Teil des Ganzen zeigen:
Wie es auch The Nation schon treffend formuliert hat: Im Iran findet eine Twitter-Revolution statt. Ob eine tatsächliche Revolution daraus werden wird — immerhin sind es die größten Aufstände in Iran seit der islamischen Revolution 1979 —, wird uns in den kommenden Tagen gezwitschert werden.
Sicherlich habt auch Ihr bereits die Petition gegen die „ungeeignete“, „undurchsichtige“ und „unkontrollierbare“ Internetsperre unterschrieben, die das schwarz-rote Monster geplant hat — falls nicht: Bitte hier unterschreiben!
Nun hat die Anzahl der Unterschriften — nach nur vier Tagen! — die 50.000 überschritten, und somit kann die Petition nun vor den Petitionsausschuss. –> http://www.tagesschau.de/inland/petition106.html
Wer nicht weiß, worum es geht: Nähere Informationen gibt es außerdem hier, hier, hier (mit besonders heiklen Infos) sowie (sehr ausführlich): hier.
Über Tausend Regierungsrechner mit hochsensiblen Daten sind über einen Wurm infiziert und über ein Botnetz ausspioniert worden. Mein erster Gedanke war: bestimmt Windows-Systeme. Natürlich nicht ganz ernsthaft, denn wer würde denn Windows auf solch sensible Systeme installieren?
Heise erzählte mir dann weiter:
„Die Spionage-Software könne nicht nur den Mail-Verkehr und Dokumente der befallenen Rechner überwachen, sondern den kompletten PC fernsteuern und angeschlossene Kameras und Mikrofone zur Raumüberwachung einschalten.“ Quelle
Ok. Also doch Windows?
„Die Spionage-Software verbarg sich mittels Rootkit-Techniken im Windows-System und sendete über das HTTP-Protokoll Dokumente und E-Mails an Server in der chinesischen Provinz Sichuan.”
ebd.
Aha.
Heute heißt es nun Spionagenetz “Ghostnet”: Ein “Weckruf für die Politik”.
„”Was wir sehen, ist ein internationales Verbrechen. Wir müssen anfangen, über Wege einer Waffenkontrolle im Cyberspace nachzudenken”, forderte [Ron Deibert, einer der federführende Wissenschafter am Munk-Zentrum].“ Quelle
Mir dagegen stellt sich eine ganz andere Frage: WAS ZUM GEIER HAT WINDOWS AUF HOCHSENSIBLEN REGIERUNGS-RECHNERN ZU SUCHEN?
Da gehören regierungs-eigene Unix-Systeme mit eigenen Datei- und Verzeichnisstrukturen drauf – selbst Linux hielte ich hier für unangebracht, da es zu standardisiert ist. Eigens entwickelte Regierungs-Unixe mit hochsicheren Kernen sind im Sinne der jeweiligen nationalen Sicherheit gefordert. WAS HAT EIN ENDBENUTZER-SYSTEM DA DRAUF ZU SUCHEN?