Partizipiales

Ein Partizip, schon knickebeinig,
War mit sich selber nicht mehr einig.
Es meditierte hin und her,
Was für ein Partizip’s wohl wär.

Es liebte schon nicht mehr so recht,
Und liebend paßte also schlecht.
Mit Partizipium I daher
War’s leider Gottes schon nichts mehr.

Geliebt dagegen schien verfrüht,
Weil noch ein Liebesfünkchen glüht.
Ich bin, behauptet’s fest und steif,
Für Nummer II noch nicht recht reif.

Da kam ein Studienrat herbei
Und gab die Note „I bis II“.
So ward dies Partizipium
Ein veritables Unikum.

Nun wußt’s auf einmal, was es war:
Ein ausgefallnes Exemplar.
Nicht I, nicht II – nein, nur ein Zwitter
Und Studienratsgedankensplitter.

P. Schröter

Quelle:

Heinrich Schmeken. Orbis Romanus : Einführung in die lateinische Sprache.
2. überarbeitete Auflage. Paderborn 1991, S. 117.

Noch 52 Tage bis zur totalen Protokollierung der Telekommunikation

Das Internet trauert um das Telekommunikationsgeheimnis:

R.I.P. Fernmeldegeheimnis

http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/158/1/lang,de/
(Quelle des Bildes und lesenswerter Artikel; außerdem Anleitung zur Verhüllung der Webseite.)

Aber noch bedarf das Gesetz der Unterschrift des Bundespräsidenten.

Handelt!
Was  kann ich tun?

Außerdem bleibt uns noch die Verfassungsbeschwerde!

Besinnt euch auf unsere Geschichte, auf unsere im 19. Jahrhundert mühsam erkämpften Freiheiten!
Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung

Weitere Infos:
Die Überwachungs-FAQ

Bis dass die Verbohrtheit uns scheidet

Manche Leute leben ja in ihrer eigenen kleinen Welt – was für diese Menschen ja nicht unbedingt immer schlecht sein muss. Meine Philosophielehrerin sagte gestern: „Der Neurotiker ist der einzig Gesunde in unserer Gesellschaft.“

Es stellt sich jedoch die Frage, ob der Handelnde immer mit den jeweiligen Konsequenzen rechnet. Manchem Neurotiker mag es irgendwann einmal das Leben retten, wenn er sich abermals vergewissert, ob der Herd wirklich aus ist – vielleicht wird er ja tatsächlich noch an sein.

Doch derjenigen, der es wichtiger ist, unbedingt ihre vermeintlich automatische Erinnerungsmail zu verschicken, obwohl es eigentlich erst einmal an der Zeit wäre, sich für die Überreaktion zu entschuldigen, die diese Abwesenheit erst ausgelöst hat, wird diese Zwangshandlung auf Dauer schaden. Zwanghafte Ordnung sollte nicht über der Freundschaft stehen. Es gibt leider sowieso schon zu wenig Menschen, die es fertig bringen, genug Abstand von ihrem gewaltigen Ego zu nehmen und mit ihrer Mühe eine ehrliche Freundschaft  anzustreben.

Aber da diese Freundschaft mit egozentrischer Gewalt einseitig beendet wurde – kann sie mich auch gerne löschen.

Immerhin bleibt dem Neurotiker noch die Entschuldigung, dass er seine Handlungen so ausführen muss, wie es ihm danach strebt. Von daher kann ich mich eigentlich nur noch einem Autorenfreund von mir anschließen; dieser wünschte kürzlich einfach nur: Gute Besserung.